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Glücksmomente
Bootstour Czarna Hancza
 17. Juli 2006      0 Kommentare

Prolog

Czarna Hancza - Karte
OpenStreetMap und Mitwirkende, CC-BY-SA]
Die nachfolgend beschriebene Strecke kann in jeder GPX-fähigen Kartenanwendung geladen und detailliert nachvollzogen werden.

1. Etappe: Stary Folwark – Burdeniszki [4km]

Czarna Hancza - Suwalki
Begeistert von der letztjährigen Czarna-Hancza-Tour sind wir auch dieses Jahr wieder im östlichsten Polen unterwegs und konnten noch Simon, Carolin, Frank und Anett für die Kanutour begeistern. Als wir mittags endlich in Suwalki ankommen, haben wir eine fast 24stündige Bahn-Odyssee hinter uns:

  • 5h mit dem Wochenend-Ticket für 30 EUR von Jena nach Berlin
  • 8h mit dem Liegewagen für 39 EUR/Person von Berlin nach Warschau
  • 5h mit der PKP im Gepäckwagen von Warschau nach Suwalki

Unser Bootvermieter holt uns vom Bahnhof ab, nach dem Einkauf im Supermarkt fahren wir zum Wigrysee und packen am dortigen Campingplatz unsere Kanus. Gegen 15 Uhr sind wir startklar, im großen Bogen geht es vorbei am Kamedulenkloster Wigry um hinter der Halbinsel den Abfluß der Czarna Hancza zu finden. Wie auch letztes Jahr nutzen wir hier gleich die erste Biwak-Möglichkeit (Pole Namiotowe) in der Nähe von Burdeniszki. Bis 22 Uhr entspanen wir am Lagerfeuer mit Wein und Glutkartoffeln.

2. Etappe: Burdeniszki – Buda Ruska [11km]

Czarna Hancza - Buda Ruska
Unter einem stark bewölkten Morgenhimmel kriechen wir gegen 9 aus unseren Zelten und lassen uns zwei Stunden später gemütlich auf dem Flüßchen stromabwärts treiben. Nach ungefähr einem Kilometer suchen wir erstmal unter ein paar Bäumen Schutz vor einem kurzen Regenschauer, es bleibt aber warm. In Maćkowa Ruda werden noch ein paar Kleinigkeiten im Dorfladen gekauft, dann suchen wir uns am frühen Nachmittag den nächsten Biwakplatz und werden auf der Hälfte zwischen Buda Ruska und Wysoki Most fündig. Eine gut gepflegte Wiese erstreckt sich zum Wald hin, eine kleine sandige Bucht im Schilf ermöglicht den einfachen Zugang. Also Kanu aus dem Wasser, auspacken, Zelt aufbauen, einräumen und dann Holz für das Lagerfeuer sammeln. Zum Abendbrot gibt’s bei uns Tomatenbrot mit Frischkäse und Zwiebeln, lecker. Und dem Auge bietet sich eine wunderbar romantische Dämmerungs-Stimmung über der Czarna Hancza.

3. Etappe: Buda Ruska – Tartaczysko [11km]

Czarna Hancza - Tartaczysko
Der neue Morgen verspricht einen hochsommerlichen Tag, keine Wolke trübt den tiefblauen Himmel. Ein Bad im klaren kalten Fluß bringt die Lebensgeister zurück. Nach dem Frühstück packen wir alles wieder in die Kanus und setzen unsere Tour mit viel Gemütlichkeit halb 11 fort. Vor Wysoki Most müssen die Paddel doch mal bewegt werden um durch eine verkrautet Stelle durchzukommen. In Ortsnähe locken frische Buchteln, die von alten Bäuerinnen im “Drive-In” direkt am Fluß verkauft werden. Bis Tartaczysko führt die Strecke durch wunderschön ruhigen und schattigen Wald, dann haben wir auch schon unseren heutigen Biwakplatz erreicht. Als komfortabelster Platz unserer letztjährigen Tour steuern wir auch dieses Jahr die gepflegte Wiese eines älteren Ehepaares an. Für 2 EUR pro Nacht werden ein Steg, Sitzbänke am Lagerfeuer inklusive Feuerholz und sogar ein gepolstertes Klo geboten. Das absolute Highlight sind aber die extra für uns frisch gebackenen Buchteln, sehr lecker. Nach einer Einkaufstour im nahe gelegenen Frącki lassen wir uns Wein und Würstchen am Lagerfeuer schmecken.

4. Etappe: Tartaczysko – Rygol [24km]

Czarna Hancza - Rygol
Die Nacht hat das gute Wetter nicht vertrieben, auch heute wird es ein sehr sonniger und heißer Tag. Nach dem Frühstück mit frischen Buchteln legen wir gegen 11 Uhr ab, das hüfthohe Wasser lädt immer wieder zu spontanen Badeeinlagen ein – so lässt es sich aushalten. Um Dworczysko verlassen wir den Wald und durchqueren eine vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Fläche, hier wartet eine Armada von Bremsen und Stechfliegen auf uns. Somit laden die wenigen Biwakplätze auch nicht zum längeren Verweilen ein und wir paddeln weiter bis Rygol. Diesen Endpunkt unserer Tour erreichen wir nach insgesamt 24km erst gegen 18 Uhr, etwas geschafft bauen wir auf. Da wir nicht den hier anschließenden Augustów-Kanal weiter befahren, haben wir am nächsten Tag Zeit nach Mikaszowka zum Einkaufen zu wandern, zu baden und die Sonne zu genießen, bis uns am Abend ein Gewitter überrascht. Am darauffolgenden Tag werden wir abgeholt und treten von Augustów die Heimreise an.

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