
Kaum zu glauben, aber der letzte Wasserurlaub ist auch schon wieder fast vier Jahre her – umso mehr freue ich mich über die heute anstehende Kanutour auf der Saale anlässlich Simon’s 33. Geburtstag. Nachdem wir uns gegen 13 Uhr in Burgau eingefunden haben, gibt’s erstmal eine Einstimmung auf die bevorstehenden Stunden – Anlegebier! Anschließend bringt uns der Bootsvermieter Saaletal Aktiv Tours in zwei Transportern nach Großeutersdorf zur Einstiegsstelle kurz unterhalb der Hängebrücke. Nach einer kurzen Einweisung setzen wir in die mit viel Wasser dahinströmende Saale ein, ich heuere bei Janine und Gizen an und so bilden wir das einzige Drei-Personen-Kanu neben fünf anderen Zweier-Kanus. Auf dem 20km langen Teilstück des Blauen Bands zurück bis Burgau erwarten uns zwei Wehre, das erste gleich nach einer halben Stunde bei Kahla, das zweite bei Schöps. Abgesehen von diesen Umtrageaktionen gibt’s nicht viel zu tun, die Strömung und gelegentliche Paddelschläge bringen uns stetig flussabwärts. Das sonnige Wetter, einige Anlegebiere und das entspannte Vorankommen versetzen unseren Steuermann Gizen in eine sehr relaxte Ruheposition, was uns immer wieder von der Ideallinie wegbringt und zu Uferannäherungen führt. Kurz nach Rothenstein passiert es dann: zur Abwechslung sind wir mal rückwärts unterwegs und übersehen dabei leider einen Baum der sich vom Ufer ins Wasser neigt. Dann geht alles ganz schnell: an seinem stärksten Ast bleiben wir hängen, drehen quer zur Strömung die uns in Schräglage bringt und eine Sekunde später strömt schon Wasser über die Bootskante – wir sind gekentert! Glücklicherweise tauchen alle sofort wieder auf und wir können hier bereits stehen. Noch schwimmt alles im Boot, wir werfen die Sachen ans Ufer und sammeln uns erstmal. Unsere Wertsachen sind gut und vorallem trocken in meiner Ortlieb-Tasche aufgehoben, nur mein Fotoapparat hat sich als Unterwasserkamera versucht. Nach den Kenter-Erfahrungen von Janine und Gizen gibt’s nicht viel Hoffnung, wenigstens der Chip sollte zu retten sein. Nach Analyse der Lage ziehen wir das Kanu die Uferböschung hoch und lassen das Wasser auslaufen, dann alles wieder einpacken und weiter geht die Fahrt. Die noch recht hoch stehende Sonne wärmt uns schnell wieder auf, gegen halb 6 erreichen wir am Burgauer Wehr das Ziel – die Kenterbury-Crew hat viel zu erzählen!